QR-Code Rallyes in der Freizeit

Im Seminar diese Woche war Sophia Paucke, Mitarbeiterin des JFF München, zu Gast und hat uns sehr interessanten Input aus der Praxis zum mobilen Lernen gegeben. Unter anderem kam die Sprache auf QR-Code Rallyes, welche gut an das in meinem letzten Beitrag thematisierte Geocaching anknüpfen. Wie beim Geocaching wird hier eine Route mit Hilfe des Smartphones abgelaufen. QR-Code Rallyes verfolgen das Selbe Ziel wie analoge Rallyes (Frommhold, 2012, o.S.). Der Unterschied liegt hierbei, dass Anweisungen und Aufgaben anhand von QR-Codes verschlüsselt werden und die Teilnehmenden ein Smartphone mit QR-Code Scanner bei sich haben müssen (ebd.). Beim Scannen des QR-Codes werden die Teilnehmenden schließlich zur Aufgabenstellung der jeweiligen Station weitergeleitet (ebd.).

„Von besonderem Interesse [für QR-Code Rallyes] sind im urbanen Raum vor allem Wirkungsstätten bekannter Persönlichkeiten, Sehenswürdigkeiten oder historisch oder themenspezifisch relevante Orte.“ (Frommhold, 2012, o.S.). Die Planung einer QR-Code Rallye beschreibt Frommhold (ebd.) als sehr aufwendig und zeitintensiv. Jugendliche selbst werden daher eher keine QR-Code Rallye selbst gestalten. Trotzdem werden QR-Codes immer häufiger im Alltag und vor allem Städte nutzen QR-Codes, um Bürgern oder Touristen ihre Besonderheiten nahe zu bringen. Im heutigen Beitrag möchte ich dazu zwei Beispiele erläutern.

Es gibt temporäre Angebote, wie die Gutenberg-Rallyes in der Stadt Mainz. Kinder und Jugendliche sollen damit spielerisch mehr über Gutenberg lernen. Meistens finden diese QR-Code Rallyes in Verbindung mit dem Gutenberg-Museum statt, welches ständig ein Rallye-Programm anbietet. Am 8. September 2012 wurde eine dieser Rallyes nach dem BYOD (Bring Your Own Device) Prinzip veranstaltet (mehr dazu hier). In den Osterferien 2013 wurden Gutenberg-Rallyes gegen einen geringen Beitrag für unterschiedliche Altersgruppen angeboten (mehr dazu hier).

Ein dauerhaftes Angebot bietet die Stadt Trittau seit Februar diesen Jahres (mehr dazu hier). Sie hat aufgrund der Beliebtheit des historischen Rundgangs in ihrer Stadt extra dafür eine kostenlose App entwickelt. Durch das Scannen von QR-Codes erhalten die Interessierten Bilder und Geschichten zu historischen Begebenheiten während ihrem Rundgang durch Trittau.

Das Beispiel aus Mainz ist nach dem didaktischen Muster der QR-Code Rallyes aufgebaut und extra für die jüngere Zielgruppe ausgerichtet. Das Beispiel aus Trittau hingegen ist keine Rallye, bedient sich aber dennoch dem (behavioristischen) mobilen Lernen. Beide Beispiele beschäftigen sich entweder mit bekannten Persönlichkeiten, Sehenswürdigkeiten und historischen Begebenheiten/Orten. Außerdem sind beide Beispiele Tools aus dem mobilen Lernen, welche beweisen, dass mobile Endgeräte ermöglichen, Jugendliche aus dem Haus zu holen (siehe Beitrag 1). Die Motivation zur Teilnahme an QR-Code Rallyes in der Freizeit schätze ich kontextbedingt ein. Als erfolgreiche Einsatzgebiete für QR-Code Rallyes kann ich mir Jugendgruppen (z.B. politische, kirchliche, …) oder Vereine (Sport, Musik, …) vorstellen.

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen:

qrcode

 

Literatur:

Frommhold, A. (2012). QR-Code Rallye. Medienpädagogik Praxis Blog. Hier verfügbar.

Werbeanzeigen

4 Gedanken zu “QR-Code Rallyes in der Freizeit

  1. Hallo Nadine,

    Ihre bisherigen Beiträge lesen sich für mich fundiert und stimmig, was die zunehmende Fokussierung angeht. Sie verwenden Fachliteratur und externe Beispiele sowie Seminarimpluse, was das Bild sehr abrundet. Ihre Fragestellung: Wie können Digital Natives dazu motiviert werden, ihre eigenen mobilen Endgeräte für mobiles Lernen im Alltag zu verwenden und nicht nur für Messenger oder Spiele?
    ist sehr relevant und vor allem spannend!

    Wenn Sie die digital Natives so in das Zentrum rücken, würde ich auch empfehlen, dazu einen Beitrag zu formulieren und das „label“ auch kritisch zu hinterfragen. Dazu gab es in den letzten Jahren eine Debatte (z.B. der Beitrag von Arnold u.a. im Online-Lehrbuch „L3T“ oder auch eine sehr umfangreiche Auseeinandersetzung von Rolf Schulmeister zur „Net Generation“ (als PDF auf seiner Homepage).

    Die Frage der Motiviation behandelt ja auch Katharina bezogen auf das Lernen. Ich verstehe Sie aber so, dass Sie eher auf eine allgemeine Mediennutzung im Alltag hinaus wollen, die vielfältiger sein sollte bzw. alle Potenziale von mobilen Endgeräten ausschöpft – oder? Falls ja, spannend! Hier fällt mir ein, dass es auch spannend wäre zu bedenken, wer denn in der Freizeit oder wer Jugendlichen generell Impulse gibt, etwas zu verwenden (z.B. App-Empfehlungen), warum alle WahtsApp nutzen (oder: zu welchem Messenger wechseln die meisten nach der Facebook-Übernahme oder auch nicht und warum?

    Ich bin gespannt, wohin Sie weiter fragen und antworten werden.

    Zu Beginn der Portfolio-Arbeit möchte ich noch kurz formal ergänzen: Ihre Beiträge sind sprachlich und fachlich für die E-Portfolio-Arbeit „genau richtig“, ebenso die Verwendung von Quellen. So kann es grundsätzlich bleiben.

    KM

    P.S. Eine Bitte noch: Ihr Blog zeigt bei mir (in Firefox) nur die Seitenleiste doppelt an, nicht aber die Blogroll, in der ich die Beiträge scrollen könnte – ist das bei Ihnen auch so? Falls ja, kann man da etwas in den Einstellungen ändern? Dann liest es sich besser 😉

  2. Hallo Nadine,

    auch dieser Beitrag ist wieder sehr interessant. MIr gefällt das Praxisbeispiel, da die QR-Ralleys noch ein relativ neues Gebiet sind. Es ist spannend mehr darüber zu erfahren und die Einsatzmöglichkeiten auf diese Weise näher gebracht zu bekommen. Am besten gefällt mir, dass du Zusatzinformationen über einen Link eingebunden hast, sodass der Leser selbst entscheiden kann, ob er diese Nutzen möchte oder ihm deine ausgeführten Informationen genügen.

    LG
    Katleen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s